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Schneller und schöner Valencia Marathon
Für einen Herbst-Marathon hatten wir in den vergangenen Jahren meist die großen Veranstaltungen in Deutschland oder benachbarten Ausland im Blick. Berlin, Frankfurt, Köln oder Amsterdam sind allesamt Klasse Rennen, bei denen Bestzeiten gelaufen werden können. Wer etwas Neues ausprobieren möchte oder im Spätherbst auf der Suche nach einem Marathon mit guten Wettkampfbedingungen ist, der wird beim Valencia Marathon Mitte November überaus positiv überrascht.
Von Gregor Elskamp am 25.11.15
Vier Tage waren wir zu Viert in der Hafenstadt im südlichen Spanien unterwegs. Hauptsächlich, um gemeinsam "up Jöck" zu sein. Zum Teil aber auch, um eine gute Zeit zu laufen oder einfach nur einen schönen Saisonabschluß zu genießen.
Die Voraussetzungen für eine schnelle Zeit sind definitiv gegeben. Der Kurs ist ein reiner Stadtkurs mit mehreren Schleifen entlang der Hauptsehenswürdigkeiten, kaum scharfen Kurven. Flach mit nur einer kurzen Steigung nach ca. 30 km und anschließendem langen flachen Gefälle. Beim Start um 9 Uhr waren es kühle 12 Grad. Erst auf dem letzten Streckenabschnitt bekommt man bei etwas über 20 Grad das Gefühl, dass es warm ist.
Die Verpflegungsstellen sind lang, man hat auf beiden Seiten reichlich Gelegenheit, Wasser oder Isogetränke aufzunehmen. Die Leistungsdichte an der Spitze ist hoch. Zwei der Topathleten sind mit 2:06 Std ins Ziel gekommen, mehr als 800 Athleten sind unter der 3-Std-Marke geblieben. 14 Tsd. Läufer sind ins Ziel gekommen. Parallel zum Marathon gibt es einen 10-km-Lauf. Auch hier sind fast 9 Tsd. Läufer am Start.
Die Stimmung ist herausragend, auch im Vergleich zu einer Mega-Veranstaltung wie dem Berlin-Marathon. Immer wieder kilometerweite dichte Zuschauerreihen, es wird angefeuert und getrommelt. Ständig dröhnt aus riesigen Boxen laute Musik. Schon am Morgen ist die Stimmung ausgelassen. Die letzten Kilometer zum Ziel wird die Gasse für die Läufer immer schmaler und die Zuschauer immer lauter. Echte Tour-de-France-Stimmung. Für den Zieleinlauf wurde am Expo-Gelände eigens eine Laufbahn in ein Wasserbecken gebaut.
Logistisch ist eine Tour nach Valencia leicht zu organisieren. Ab Köln fliegt man mit Ryanair auf direktem Weg in zwei Stunden in die mit 800 Tsd. Einwohnern drittgrößte spanische Stadt. Wer lieber mit einer renommierten Airline fliegt, muß einen Zwischenstopp in Kauf nehmen. Vom Flughafen kommt man auf schnellem Weg in die Innenstadt. Hotels zu zivilen Preisen gibt es in der Nähe der Start-Ziel-Geländes reichlich. Wir waren ca. 1 km entfernt vom Start untergebracht.
Für mich war der Marathon als schöner Abschluß einer langen Saison gedacht, ohne Leistungsgedanken. Noch angeschlagen von meinem Hauptrennen im Oktober, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt das Ziel erreichen würde. Also lieber von Anfang an in ruhigem Tempo laufen. Beim einzigen Wendepunkt nach ca. 7 km sehe ich kurz hintereinander sowohl Matthias und Frank als auch Arthur. Alle sind gut drauf, es läuft. Matthias schließt bald zu mir auf und wir laufen bis zur Hälfte zusammen. Nach 24 km läuft man fast am Ziel vorbei. Ich entscheide mich, weiter zu laufen, da die Schmerzen von der Verletzung erträglich sind und stabil zu sein scheinen. Außerdem ist es diese schöne Veranstaltung wert, das Ziel zu erreichen.
Nach 3:27 Std bin ich zufrieden im Ziel. Auch Arthur (3:58 Std) und Frank (4:10 Std) schlagen sich wacker. Nur Matthias kann das Rennen wegen einer Verletzung nicht beenden. Vom Ziel geht es auf kurzem Weg ins Hotel. Der Nachmittag in der Sonne auf dem Balkon des Hotelzimmers, mit Chips und kühlem Blonden, ist gerettet.
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